Christuswege

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Haupttext Teil 1, Die Schritte in den Evangelien;
Kapitel:

EINFÜHRUNG in den Sinn und Gebrauch dieses Textes.

Seit zweitausend Jahren - mit vorausgegangenen Prophezeiungen noch einige tausend Jahre länger - stehen immer wieder Menschen für ihre vielfältigen direkten Erfahrungen mit Jesus Christus ein. Trotz verschiedener Charaktere, trotz ihres unterschiedlichen religiösen, philosophischen oder wissenschaftlichen Umfeldes, zeigen sie unabhängig voneinander Verwandtes. Sie sprechen von der jeweils gegenwärtigen Realität Christi; auch z.T. von der Möglichkeit für Andere, sich auf ähnliche Erfahrungen vorzubereiten; und von seit 2000 Jahren in die Menschheitsentwicklung eingeflossenen neuen Fähigkeiten durch Christus, die nicht nur im Sinne äußerer historisch-kultureller Vermittlung gedacht sind. Der Frage der nicht nur theoretischen, sondern praktisch nachvollziehbaren Schritte des "Wachstums" wird hier in neuer Art genau im Einzelnen nachgegangen. Entlang der Schritte, die Jesus selbst gegangen ist, kann sich deren Bedeutung für verschiedene Lebensbereiche zeigen.

Im 12.Jahrhundert prophezeite der Abt Joachim de Fiore ein "Zeitalter des Heiligen Geistes", wo eine derartige Gottesbeziehung der Einzelnen unabhängig von Institutionen Allgemeingut würde. Heute verbreiten sich weltweit mehrere Bestrebungen, die nicht nur eine dementsprechende Gestaltwerdung Christi im Menschen suchen, sondern das Individuum als bewusstwerdende Zelle im "Leib Christi" sehen.

Die z.T. damit verbunden gesehene "Wiederkunft Christi" und gegenwärtige apokalyptische Vorgänge im Großen deuten auf etwas Umfassenderes hin als auf eine menschlich gedachte "Wiederverkörperung".

Welche spezifischen Entwicklungsmöglichkeiten für Mensch und Erde hier zu finden sind, und vor dem Erdenleben Jesu noch nicht gegeben waren, ist die Frage, deren Lösungsansätze in diesem Beitrag als Anstoß zusammengestellt werden.

Gerade in einer Zeit,

- wo das Phänomen Jesus Christus durch viele verschiedene Theologien (s. Extrafenster) und Dogmen, durch sprachwissenschaftliche, historisch-kritische, archäologische und paläographische, religionssoziologische und tiefenpsychologische, naturwissenschaftliche, politische usw. Betrachtungsweisen in Anspruch genommen wird;

- wo wie in den Zeiten des Urchristentums neben einer alten materialistischen eine vielfältige spirituelle Szene entstanden ist, die beide zum Christentum fließende Übergänge wie auch Abgrenzungen ergaben;

- wo die verwirrendsten Erscheinungen auftreten, wie z.B. mehrere vermeintliche verkörperte Christusse in der Gegenwart, und wo oft recht Problematisches bis Negatives im Namen Christi geschieht,

kann es von Interesse sein, zu untersuchen, was in dieser Kompliziertheit eigentlich der spezielle Beitrag Christi sein könnte. 

Es wird hierzu an eigene innere Erfahrungen angeknüpft, wie auch an andere mystische usw. Quellen. Die benutzten Blickwinkel sind interdisziplinär, von vielen Wissens- und Erfahrungsgebieten, also nicht nur theologischen. Bei spirituellen Gesichtspunkten soll keiner von politischem Bewusstsein ablenkenden Pseudo-Innerlichkeit das Wort geredet werden. Dogmen des mechanistischen Denkens der Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts können dafür selbstverständlich nicht als Sichtbegrenzung akzeptiert werden; ebenso wenig Vorstellungen aus dem östlichen Bereich, die von der Voraussetzung ausgehen, dass es nichts gebe, was nicht schon in den altindischen Veden stehe, und Jesus sei nur ein "eventuell drittklassiger Lehrer" derselben. Von den nur vergleichend oder ergänzend im Text gegebenen Hinweisen auf Bücher usw. lassen sich diese Erkenntnisse nicht ableiten, und so sind diese Bücher oder theologische Vorkenntnisse für ein Verständnis auch nicht notwendig. (Das Gleiche gilt für eine Bücherliste für theologisch Interessierte, s. Links.) Nichts ist als Dogma oder als Meinung irgendeiner äußeren religiösen Organisation zu verstehen. Es richtet sich aber auch nicht gegen irgendeine Kirche oder Religionsgemeinschaft, und auch nicht gegen z.B. das apostolische Glaubensbekenntnis. Menschen mit einem anderen religiösen oder weltanschaulichen Hintergrund, die ein positives Interesse an neuen Erkenntnissen aus dem christlichen Bereich haben, können in dieser weder dogmatischen noch materiell verflachten Schrift ebenfalls fündig werden.  Daher sind auch Hinweise auf das Verhältnis christlicher Wege zu anderen Bestrebungen enthalten. Z.T. wie im Johannesevangelium in einer für die damaligen Erkenntnissucher verständlichen Sprache das spezifisch Christliche herausgearbeitet ist, so zeigt diese Schrift heute Zugänge von verschiedenen Seiten her. Diese Schrift lässt auch in ihrem Stil frei; Forschung ist etwas Anderes als Mission. Solche Christen, die für sich einen ganz einfachen Glauben ohne tiefschürfende Überlegungen bevorzugen, könnten in dieser Schrift lernen, wie sie mit den Menschen anderer Geistesart in ihrem Umfeld besser in Dialog treten könnten, ohne dass ständig Missverständnisse auftreten.

Der Text möchte rein durch seine Inhalte sprechen.

„Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten" (Joh.16:12-13). Durch diesen Geist lässt sich dieses Projekt inspirieren.


Methodische Hinweise
:

Die folgenden 37 Kapitel folgen den Schritten in den Evangelien und der Johannesoffenbarung. Es können einzelne Kapitel oder - empfehlenswerter - die Kapitel in ihrer Reihenfolge zum Erkenntnisgewinn gelesen werden.
Wer darüber hinaus diese Abfolge konzentrierter Betrachtungen und die Evangelien mit einer ganzheitlichen Methode erarbeiten möchte, - incl. Evangelienmeditation - möge hier für methodische Hinweise klicken. So ist es möglich, einen individuellen Zugang zur Wirklichkeit hinter allen Worten zu suchen und zu finden, und an ihr teilzuhaben.

Ein (tieferes) Verstehen dieser Seiten setzt die Berücksichtigung ihres Selbstverständnisses voraus - siehe obige Einführung -, sowie von entsprechenden zusätzlich verwendeten Methoden (s. Methodische Hinweise.). Eine solche Haltung beim Studium von Texten wird von anderer Seite auch in der Philosophie usw. als allgemeine Leitlinie für ernsthafte Arbeit betrachtet ("principle of charity", Donald Davidson, "On the Very Idea of having a Conceptual Scheme", in "Proceedings and Adresses of the American Philosophical Association", Vol.47, 1973-1974, S. 19.)

Hinweis auf eine Gesamtausgabe zum Ausdrucken, und zum Copyright, Projekt Christuswege
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Im Internet zuerst veröffentlicht 30.01.2001; verbesserte Fassung vom 14. 8. 2001, mit späteren Updates.

 

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