Christuswege

Logo: gezeichnetes christliches Kreuz und Erdsymbol

Haupttext Teil 1, Die Schritte in den Evangelien;
Kapitel :

Die Auferstehung.

Zeichnung: Der auferstandene Jesus vor den Jüngern

Das leere Grab und die Auferstehung Christi setzen das Bewusstsein vieler Menschen einer maximalen Herausforderung aus - z.B. Joh. 20, 11- Joh. 21. Ihr Erfahrungshintergrund, dass Menschen sterben müssen, und die verständliche Tendenz, Unerklärliches zu verdrängen, sowie veraltete - aber immer noch in den Schulen gelehrte -, einseitig materielle Denkweisen über das Leben sind einige der vordergründigen Ursachen dafür.

Dennoch gibt es auch gerade aus den Reihen teils recht materiell denkender historisch-kritischer Ausleger Stimmen, die feststellen, dass die Auferstehungsberichte die urchristlich bestbezeugten Berichte sind, besser belegt sogar als sämtliche anderen Berichte über das Leben Jesu; Berichte also, die das Erscheinen Christi an verschiedenen Orten in einer nicht immer sofort eindeutig erkennbar gewesenen neuen Gestalt mit einigen neuen Eigenschaften, jedoch trotzdem mit physischen Augen für Alle wahrnehmbares Wesen belegen.

Eigentlich müsste daraus auch folgen, sich der biblischen Darstellung zu stellen, die reale Umwandlungsvorgänge im – vom Leben her durchgeistigten – Leichnam Jesu, oder/ und im nachtodlichen „Körper" Jesu voraussetzt (sog. „Geister" sind normalerweise unsichtbar.) In der Abfolge der menschlichen Entwicklung auseinander gefallene Bewusstseinszustände könnten die Getrenntheit verlieren: „Trennung" ist die wörtliche Bedeutung des Wortes „Sünde". Die Trennung war auch eine Trennung des Menschen von Gott, seinem Ursprung. So könnte bei einer Umkehr der Trennung das „Untere", also der Körper, neu in die übrigen Wesensbereiche Christi aufgenommen werden. Vgl. das vorangegangene Kapitel: „und das Grab war leer".

„'In 3 Tagen werde ich diesen Tempel neu erbauen'. Er aber sprach vom Tempel seines Leibes": Nach dem auch für andere Gestorbene anzunehmenden Aufstieg des Wesens in andere Ebenen bzw. in sein Innerstes (vgl. letztes Kapitel) könnte, da nun mangels trennender Eigenschaften alles dem Innersten gehorcht -, vom Innersten her eine Neuerschaffung der Schichten der Person einschließlich eines physischen Körpers folgen – ohne „unbewusste" Bereiche.

Auch nach anthroposophischer Anschauung (R. Steiner, "Von Jesus zu Christus") ist der Auferstehungsleib von Christus als "Neuem Adam" - 1. Kor. 15:45-47 -  neu geschaffen, und jetzt als Entwicklungsmöglichkeit bei allen Menschen vorhanden - sog. physischer "Phantomleib", im Geistigen gegründet, aber potenziell bis ins physische wirkend. Es gibt hier eine Beziehung zur Erfahrung des Inneren Christus der Mystiker, der sich mit der Entwicklung des Menschen verbindet.) Selbst in theosophischen Kreisen (A. Bailey, dort z.B. auch "Offenbarung" oder "5. Einweihung" genannt) wird die Auferstehung Jesu als reale Neuerschaffung gesehen. Wie ungenau die theosophische Sicht im Einzelnen z.T. auch sein könnte - christliche Theologen müssen sich jedenfalls fragen lassen, warum sie nicht selbst Vorstellungen entwickeln, die wenigstens einer heutigen breit gefächerten Allgemeinbildung gerecht werden würden. Das Zögern mancher Theologen, die Möglichkeit der Auferstehung überhaupt noch in irgendeiner Form ernst zu nehmen, genügt heute nicht einmal mehr dem Kriterium einer guten Allgemeinbildung. 

Hier sei noch angemerkt, dass der „Auferstehungsleib" als real dem menschlichen Wesen zugehörig nicht ohne weiteres dem Scheinleib (Mayavirupa) der esoterischen Literatur gleichgesetzt werden könnte, mit dem sich einige Meister angeblich wie durch ein Kleid sichtbar machen können. Jedenfalls ist gemeinsam, dass sich hier die Herrschaft des Geistes über die Materie zeigt.
Auch die von Manchen unklar formulierten Lehren über „Lichtkörper" können in diesem Zusammenhang gesehen werden. Dabei geht es u.a. um das, was entsteht, wenn die höheren Wesensschichten des Menschen sich im Physischen spiegeln. Dies bildet auch eine Brücke, über die der Mensch ohne Ablegen des Körpers in die Realitäten oberhalb des Physischen eintauchen kann; in einer Weise, die hebräisch auch "Merkabah" genannt wird. Viele Grundlagen dazu bietet Prof. J. J. Hurtak „Die Schlüssel der Enoch" und „Die synoptischen Evangelien". Zentrum d. Einheit Schweibenalb, CH-3855 Brienz. Es hat sich eine organisatorisch nicht fassbare Bewegung entwickelt, die durch "Lichtarbeit" auf die verschiedensten Arten in dieser Übergangszeit mit spirituellen Kräften helfen möchten. Nur ist die Versuchung groß, zu meinen, die eine oder andere neue Übungstechnik werde allein endlich die ersehnten Ergebnisse - den "Aufstieg" - bringen. In Wirklichkeit würde immer eine ganzheitliche Entwicklung dazugehören, also auch z.B. eine charakterliche Reifung. Siehe auch das nächste Kapitel.

Die in den verschiedensten Religionen in der einen oder anderen Ausprägung zu findenden Vorstellungen der Reinkarnation, d.h. Wiederverkörperung der Seele im einem neuen Körper, wären eine tiefere, unvollkommenere „Oktave" des neuen Auferstehungsgeschehens, und nicht damit identisch. Lehren einer Präexistenz der Seele vor der Befruchtung und auch die Lehre der Wiederverkörperung waren auch im frühen Christentum weit, nach Ruffinus sogar allgemein verbreitet. Es ist aber interessant, dass darauf in der Folge kein besonderes Gewicht gelegt wurde. Das ist nicht nur dem Umstand zuzuschreiben, dass die Menschen sich eine zeitlang mehr auf das Erdenleben konzentrieren sollten, - wie R. Steiner schreibt -; auch nicht nur einem eventuellen Bestreben machthungriger Päpste, die Menschen so durch die Begrenztheit des einen Lebens abhängiger zu machen, wie andere spirituelle Autoren vermuten. Es können hierzu noch weitere aussagefähige Phänomene gefunden werden. Das Wichtigste ist die Verankerung des Auferstehungsmotivs in den Menschen. (Vgl. auch z.B. 1.Kor.15:53; Philipper 3:21; ). Auch wenn diese in der Praxis wie Zukunftsmusik erscheinen mag, bekäme dadurch die Reinkarnation den Charakter eines durch Christus letztendlich überholten Vorgangs. Der auferstandene Christus musste sich nicht wieder durch Geburt verkörpern, sondern erschien freiwillig, aus Liebe im Auferstehungskörper. An der Kritik vieler - nicht aller - christlicher Gruppen an Reinkarnationslehren ist also anzuerkennen, dass die Vorstellung starrer „seelen-mechanischer" Gesetze von Schicksal, Tod und Reinkarnation, zumindest wenn als Selbstzweck betrachtet, dem von Christus Vorgelebten nicht entsprechen. Das heißt aber nicht, dass es Reinkarnation nie gegeben haben könnte oder gäbe. Viele frühere und heutige sogenannte "Reinkarnationserlebnisse" sind nicht alle wegzudiskutierenwenn auch nicht alle diese Erlebnisse auf tatsächlicher Reinkarnation beruhen müssen, sondern oft auf bestimmten anderen Faktoren beruhen. Nur eben im christlichen Bereich tauchen sie, wo sie auftauchen, besonders als Sonderfälle auf, etwa im Falle Johannes des Täufers. Statt dass er die Funktion des Elia übernommen habe – wie meist gedeutet wird – sagte Jesus eben einfach „er ist‘s". Das wäre jedoch die Rolle eines für eine besondere Aufgabe erneut herab gesandten Wesens, um den Menschen zu helfen, und nicht der Zwangskreislauf des im Rad der Geburten Gefangenen (im Sinne der Hindus). Weiter wird im Bereich christlicher Mystik, auch da, wo die Reinkarnation als Tatsache bejaht wird (etwa bei Lorber), oft die größere Bedeutung neuer jenseitiger Schulungswege betont. Ungeheuer viel kann heute in einem Menschenleben gelernt werden. Reinkarnation zur normalen Läuterung/ Weiterentwicklung, eventuell mit neuen Aufgaben in Bezug auf den Umkreis, müsste nach entsprechenden Erfahrungen jedenfalls nicht mehr den alten automatischen Charakter haben – wo sie vorkommt. Jene alten Vorstellungen mögen der Anlass gewesen sein, dass Reinkarnationslehren in der Sicht von Christen besonders verdächtig wurden; hinzu kam, dass Gott und Christus in Reinkarnationslehren anderen Ursprungs nicht berücksichtigt waren. Das heißt aber nicht, dass es sachlich zulässig wäre, alle Phänomene, die heute vorwiegend von anderen Religionen behauptet werden, als für Christen von vornherein nicht relevant zu betrachten. Die körperlich-seelisch-geistige Natur des Menschen ist zunächst überall die gleiche, und daher können Alle durch Vergleiche etwas lernen - ohne der Gleichmacherei zu verfallen.

Über die Wirkung mechanischer Vorstellungen über Karma und Reinkarnation wurde bereits im Kapitel „Die Kreuzigung" geschrieben.

Heute ist vielfach bei ausgeprägten Persönlichkeiten festzustellen dass sie, kaum erwachsen geworden, den leiblichen Eltern recht unähnlich sind. Manchmal erscheinen sie, wie wenn sie ihre Gestalt aus einer anderen bzw. früheren Kultur ihrem jetzigen Körper stärker aufgeprägt hatten, als dies sonst der Fall ist. Das könnte zusammenhängen mit einer gegenüber den Altertum verstärkten Bedeutung des seelisch-geistigen Wesens gegenüber den Ahnen- und Vererbungszusammenhängen. R. Steiner denkt an einen Zusammenhang mit dem Wirken Christi.

Es besteht trotz dieses Phänomens kein Anlass, im Wirken Christi eine einseitige Betonung des Seelisch-Geistigen zu sehen, sondern langfristig eher einen Impuls, beide Bereiche jeweils zu verfeinern und neu in Einklang zu bringen. Geist, Seele und Körper sollen zueinander passen (was heute sicherlich nicht überall gefunden werden kann). Gerade der Weg zur Auferstehung ist nicht allein durch sog. "leibfreie" geistige Arbeit zu verstehen oder zu beschreiten, sondern Leibliches wird auch geistig und Geistiges auch leiblich werden - dieser Weg beginnt erst jenseits aller einseitiger intellektueller Zurechtlegungen. Vgl. z.B. Luk. 24:36-43.
Auch eine Ideologie der Auslöschung der Vielfalt der Völker usw. in einer Einheitsmenschheit liegt diesem Impuls ebenso ferne, wie die Ideologie einer alle Anderen diskriminierenden Herrenrasse. Es gibt Teile und das Ganze; was selbstverständlich klingen mag, aber heute ist nichts selbstverständlich, alles muss bewusst erarbeitet werden.
 

Das Motto des Christus ist „Siehe ich mache alle Dinge neu" (J.Off. 21:5). Auch wenn er sich letztlich an den Kern der Individualität richtet, wo der Mensch „nicht Jude noch Grieche..." ist, sondern Mensch, ist damit dennoch kein bloßes einheitliches menschliches Überbewusstsein gemeint, sondern der Gedanke, den Gott durch den individuellen Menschen denkt, bzw. verwirklicht. Aus der Individualität heraus kann der Mensch neue Gemeinschaften bilden, die nicht den alten Familien-, Stände- usw. Bindungen entstammen. Unter den neuen Beziehungen aus dem Geist können aber auch solche „alte" sein, die aus alten unbewussten Zwängen zu frei entschiedenen Beziehungen geworden sind.

Im Zusammenhang mit den Bemerkungen über menschheitsweite Auswirkungen durch Kraftfelder, wie sie etwa im Kapitel über die Kreuzigung gemacht wurden, ist hier zu bedenken, dass nachdem Christus durch alle diese Schritte bereits durchgegangen ist, diese insgesamt und gleichzeitig „da" sind. Auch wenn die Schritte Christi und derer Reihenfolge darin erhalten sind, ist ein „Nacherleben der Kreuzigung" etwas Anderes, nachdem nun der Auferstehungsimpuls bereits hindurchscheint. Es ist nicht selbstverständlich, auch bei ernsthaftestem Nachvollzug, dass der physische Tod eintreten müsste, bevor die „Auferstehungskraft" wirken kann. Mystische Erfahrungen erhärten dies, die Auferstehungskraft kann wie eine hinter allen, auch einfachsten Schritten gegenwärtige Zugkraft erlebt werden. Auf anderer Grundlage fand R. Steiner, dass das Ostergeschehen heute als Einheit wirke; und dass sich eine „Ätherisation des Blutes" ergebe. Auch was "Nachfolger Jesu Christi" mit ihm zusammen entwickelt haben, spielt heute eine Rolle. 

In diesem Kontext ist es interessant, dass neue Bestrebungen existieren, die wie Christus die allgemeine Annahme der selbstverständlichen, zwangsweisen Sterblichkeit des Körpers nicht mehr teilen: 

Der indische Philosoph und Yogi Aurobindo arbeitete nach dem Durchgang durch die Nirwana-Erfahrung in verwandter Richtung, und suchte „supramentale, d.h. übermentale Kräfte ins irdische Leben herabzubringen". Seine spirituelle Weggefährtin, die "Mutter" Mira Alfassa konnte damit die gedächtnisbeladenen Schichten des physischen Körpers, z.B. der Zellen durchdringen, die mit den alten Programmen des Todes zu tun haben. Sie erlebte dies zugleich als "Arbeit am einen Körper der Menschheit". 

In anderer Art sprach Rudolf Steiner von neuentstehenden höheren Wesensgliedern bzw. „Körpern" in diesen Bereichen über dem Verstand, die es dann ermöglichen würden, die älteren emotionalen, die ätherischen Lebenskräfte- und die physischen Wesensbereiche nacheinander willentlich durchzugestalten. Er nennt die höheren Wesensglieder: „Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch". Es könnte bei ihm der Eindruck entstehen, diese Prophetie sehe dies erst für ferne Zeitperioden verwirklicht. Ein Vergleich mit der gegenwärtigen Entwicklung zeigt jedoch, dass dies zumindest ansatzweise schon für jetzt relevant sein kann.
Ein Motto der christlichen Rosenkreuzer war/ist "In Gott geboren, in Christus gestorben, im Heiligen Geist wiederauferstanden."

Im esoterischen Buddhismus waren diese höheren „Körper" zumindest als Möglichkeit für Buddhawesen ebenfalls angedeutet - „Dharmakaya, Sambhogyakaya, Nirmanakaya". Zwar werden in diesen verschiedenen Richtungen keine einheitlichen Zielvorstellungen, Methoden oder Ergebnisse deutlich. Was aber deutlich wird, ist, dass verschiedene Menschen unabhängig voneinander gleiche Arbeitsgebiete ansprechen, so dass diese als solche als umso realer zu bewerten sind.

Hier sei eine weitere Erfahrung aus dem 20. Jahrhundert angefügt: Carl Welkisch, „Im Geistfeuer Gottes". Als körperlich ungemein sensibler Mystiker fühlte er, durch Visionen bestätigt, die Aufgabe, dass jetzt auch die Körpermaterie von Gott verwandelt werden kann, und dass er dazu ein Werkzeug war. Da es jedoch öfter vorkommt, dass Menschen mit außergewöhnlichen „von oben gegebenen Aufgaben" z.B. meinen können, die Einzigen zu sein, während Gottes Aufgabenverteilung eher komplizierter ist, ist es oft leicht, sie als „Spinner" abzutun. Wer mit der Art mystischer Erlebnisse vertraut ist, kann jedoch erkennen, dass die Erlebnisse trotz möglicher subjektiver Abstriche von realer Bedeutung sind. Das gilt auch für Welkisch.

„Immortality", Unsterblichkeit, wird von speziellen neuen spirituell-therapeutischen Gruppen, bes. in USA gepredigt. Die „Sterblichkeitsvorstellungen" werden wegzutherapieren versucht, weiter wird durch Atemtechniken wie Rebirthing – zur Bearbeitung des Geburtstraumas –, durch gesunde Ernährung u. a zur realen Verlängerung des Lebens, eines Positivität ausstrahlenden Lebens beizutragen gesucht. Auch wenn in diesen Kreisen Christus oft mehr am Rande auftaucht, sind dort auch Christen wie die Mormonin Annalee Skarin ein Begriff, die über eigene Erfahrungen betreffend De- und Rematerialisierung des Körpers geschrieben hat, hier auf dem Hintergrund ihrer Verbindung mit Gott.

Andere, im medizinischen Bereich, forschen an hormonellen Methoden zu einer gewissen Verjüngung. Diese Entwicklung enthält zumindest sinnvolle Motive. Sie sind nicht pauschal des Größenwahns zu verdächtigen.

Allerdings ist zu bedenken, dass es im Sinne von Christus um das gesamte Menschenwesen ginge, und nicht etwa um einen Körperlichkeitskult, der als höchsten und isolierten Wert das physische Leben betrachtet. Auch nicht um eine isolierte Verlebendigung der Zellen geht es ihm, sondern um eine vereinte Heiligung des Körpers - einschließlich der Organe, Zellen, usw. - und der spirituellen Bereiche des Menschen. Auch geht es Christus um die Freiheit zu leben und nicht um einen Zwang zum Leben. Dies alles soll nicht pauschal diesen Bestrebungen unterstellt werden, aber als mögliche Gefahrenquellen bei dieser schwierigen Gratwanderung müssen sie erwähnt werden.

Die Auferstehungskraft, mit Christus erlebt, der sie sichtbar und ganzheitlich ins Werk gesetzt hat, scheint das eigentliche „Ferment" einer harmonischen Entwicklung in diese Richtung darzustellen. Vieles, was er als Keim vorgegeben hat, ist noch längst nicht erschlossen. Daher ist es sinnvoll, sich darin bewusst auf ihn zu beziehen.

Ergänzung: eine Arbeitsweise, die die erwähnten Einseitigkeiten vermeidet, wird in dem neuen Buch "Körperliche Unsterblichkeit als Christusweg" von Dr. med. O. Quast, Books on Demand, 2006, ISBN 3-8334-6287-6 vorgeschlagen. Es geht hier u.a. um eine harte Arbeit an den eigenen Einstellungen mit ständiger Annäherung an Christus und seine Eingebungen. Die Kirchen hatten aus der Überwindung des Todes durch Christus fast keine derart praktischen Konsequenzen gezogen - nur Wenige wie einige "Heilige" waren unmittelbar von diesem Thema betroffen; somit wurde auch so gut wie keine 'Sprache' dafür entwickelt. So ist es nicht verwunderlich, dass in dem Buch auch jenseits des theologisch abgesteckten Rahmens gesucht wird.

„Auferstehung" ist nicht nur eine spirituelle Erfahrung. Sie kann alles im Leben bleibend erneuern, wofür eine weniger bekannte der Neuoffenbarungsgruppen, nämlich das „Lichtzentrum Bethanien" in CH-Sigriswil, in ihrer Zeitschrift „Lichtbote" seinerzeit den Begriff „Auferstehungsleben" geprägt hatte. Nach der „engen Pforte" des Kreuzes kommt die Fülle. Jesus betonte, dass sein Weg erst durch das Tun klar wird. Fortschritte auf dem persönlichen Weg der „Nachfolge Christi" allein können diesen noch weiterführenden Schritt ansatzweise verständlich machen. Wie wir gesehen haben, ist dieser Weg kein gleichförmiger, auch kein gleichförmig sich steigernder, der in einem einzigen Gipfelpunkt mündet; sondern er zeigt sich in den Betroffenen als gottgeführte Erstellung eines umfangreichen Gebäudes, wo jeder neue Stein auf dem vorangegangenen aufbaut. Die Steine sind Fähigkeiten im Sein des Menschen, die seine äußerlich erstellten Gebäude überdauern. Wie der Urmensch nach den Offenbarungen verschiedener Heiliger Schriften vollkommen erschaffen wurde, so kann er nach dem Durchgang durch die freien Spiele bzw. Dramen der Welt der Unvollkommenheit langsam erneut „vollkommen werden wie der Vater im Himmel" (Matth. 5:48), verheißt Christus den Menschen. Das gilt nicht nur für die einfachsten Schritte auf dem Weg, sondern selbst für den Schritt der Auferstehung – er hat keine Grenzen gesetzt, und schon gar nicht die jeweilige menschliche Fassungskraft zum Maßstab erklärt. Er selbst setzt neue Maßstäbe, vgl. die „Ich bin..."-Worte in den Evangelien: „Ich bin das Brot des Lebens", „Ich bin das Licht der Welt..."; „Ich bin die Tür"; „Ich bin der gute Hirte" und eben auch „Ich bin die Auferstehung und des Leben", wer glaubt „wird (ewig) leben, auch wenn er gleich stürbe" d. h. nicht erst bei einem allgemeinen „Jüngsten Gericht", wie bestimmte christliche Richtungen behaupten; „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"; „Ich bin der rechte Weinstock, und mein Vater der Weingärtner... ihr seid die Reben..."; „...ich bin ein König, ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit zeugen soll". Christus steht für das eigentliche ICH BIN im Menschen, zu unterscheiden vom egoistischen Alltags-Ich.

Im jüdischen Glauben gab es eine Auferstehung oder Auferweckung, jedoch nur am Ende der Zeiten. In der traditionellen christlichen Theologie wird die Auferstehung als eine neue Möglichkeit durch den Glauben an Christus gesehen - ohne dass jedoch über das Abendmahl hinaus an deren Nachvollzug gearbeitet würde. Innerhalb der modernen, kritischen theologischen Überlegungen kann es bereits als Fortschritt gesehen werden - gegenüber einer eher materialistischen Theologie-Richtung, die alles schwer Vorstellbare einfach wegerklären wollte - , dass die Auferstehung als "Metapher" = in einem übertragenen, gleichnishaften Sinn wieder aufgegriffen wird. (Hans Kessler, Sammelband "Auferstehung der Toten"). Manche mögen eine solche Annäherung an das schwer Vorstellbare brauchen; aber nicht unbedingt Diejenigen, die in der Lage sind, direkt an die Auferstehung als innere und äußere Realität zu glauben. Dieser Glaube einfacher Christen entspricht in Manchem mehr dem heutigen Forschungs- und Erkenntnisstand vieler Gebiete, wie er in unseren Untersuchungen aufgegriffen wird. Wer alles nur "metaphorisch" sieht, bei dem wirkt es sich nach unseren Untersuchungen eher nur im Sinne einer seelischen Erbauung aus; die heilende Wirkung, die auch heute bis in den physischen Körper hinein reichen kann, kann so zumindest verzögert bzw. verringert werden.

Extrafenster: Bibelzitat 

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Frage:
Suche ich mit Gott zu ergründen, wie die Kraft der Auferstehung heute fruchtbar werden kann ?

   

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